Andreas Baumgärtner

Dipl. Sparkassenbetriebswirt



Trainers Excellence - Andreas Baumgärtner

Bankenkommunikation und Rating

Weg frei für Basel III

Der Bundesrat hat noch vor der Sommerpause 2013 den deutschen Gesetzesregelungen zur Umsetzung der neuen Eigenkapitalbestimmungen für Banken (Basel III) zugestimmt. Zuvor hatten Bundestag und Bundesrat sich im Vermittlungsausschuss auf die Regelungen dieses sog. CRD-IV-Umsetzungsgesetzes verständigt. Damit steht der Weg offen, um die Bestimmungen bis zum 1.1.2014 in Deutschland einzuführen, wie es von der EU gefordert wird.

Basel III - Was Unternehmer jetzt beachten sollten

"Basel III" setzt zwar nicht direkt bei der einzelnen Kreditvergabe-Entscheidung an wie "Basel II", dennoch können sich negative Konsequenzen für die Kreditvergabe durch Banken und Sparkassen an die Mittelständler ergeben.

Zur Erinnerung: Mit Basel II kam das Rating

Im Rating wird die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens in drei Dimensionen geprüft:

  • Analyse der Jahresabschlüsse
  • Analyse der kaufmännischen Unternehmensführung und Zukunftsfähigkeit
  • Analyse der Liquiditätssituation anhand von "Warnsignalen" aus der Kontoführung

Kreditentscheidungen in Banken und Sparkassen müssen im "4-Augen-Prinzip" getroffen werden. Der Kundenbetreuer entscheidet gemeinsam mit seinem Kollegen aus der Sachbearbeitungs-Abteilung. Dieser entscheidt allein nach der vorliegenden Aktenlage und dem aktuellen Rating.

Vor diesem Hintergrund ist es für Mittelständler elementar wichtig, die Ratingfragen, die Ratingnote, die Bedeutung der Ratingnote und das Ergebnis der Ratinganalyse aus Sicht der Bank zu kennen und eine aktive Bankenkommunikation zu betreiben.

Basel III: Konsequenzen aus der Finanzkrise für die Banken und Sparkassen

Die Bankenaufsichtsbehörden haben aus der Finanzkrise zur Bankenregulierung drei wesentliche Maßnahmen festgesetzt, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden:

1. Banken und Sparkassen müssen mehr Eigenkapital vorhalten

Basel II sieht bereits vor, dass Banken und Sparkassen für ihre jeweilige nach dem Rating gewichtete Risikoaktiva (Kredite, Darlehen, Anlagen in Wertpapieren, Derivate-Geschäfte u.ä.) 8 % an Eigenkapital vorhalten müssen (Mindest-Eigenkapital-Unterlegung, Solvabilitätskoeffizient). Dabei wird das Eigenkapital der Banken und Sparkassen in verschiedene Katergorien eingeteilt - hier setzt Basel III an:

Das "Harte Kernkapital" (Eingezahltes Kapital sowie die aus versteuerten Gewinnen gebildeten Rücklagen) musste bisher lediglich mindestens 2 % der Risikoaktiva betragen. Bis 2019 wird diese Quote schrittweise bis auf 4,5 % erhöht und die Banken und Sparkassen müssen zusätzlich 2,5 % als Kapitalerhaltungspuffer aufbauen. Aktiengesellschaften (z.B. Deutsche Bank, Commerzbank) können sich mit Kapitalerhöhungen von ihren Aktionären zusätzliches "Hartes Kernkapital besorgen. Dieser Weg ist für Sparkassen vollständig und für Genossenschaftsbanken nahezu vollständig verschlossen. Beiden steht nur der Weg über die versteuerten Gewinnen zur Verfügung - Genossenschaftsbanken darüber hinaus über den Verkauf von Geschäftsanteilen an Mitglieder.

Das darüber hinaus zulässige "Ergänzungskapital" in Form von Nachrangdarlehen und Genussrechten wird es ab 2019 so nicht mehr geben.

Selbstverständlich erfüllen derzeit alle Banken und Sparkassen den Solvabilitätskoeffizienten von 8 % - allerdings in unterschiedlicher Zusammensetzung ihres Eigenkapitals. Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen an die Banken und Sparkassen:

  • Wie hoch ist aktuell der Solvabilitätskoeffizient? Wie viel fehlt noch zu den ab 2019 geforderten insgesamt 10,5 %?
  • Wie hoch ist aktuell das Ergänzungskapital? Oder, wieviel muss durch hartes Kernkapital ersetzt werden?
  • Soll das Kreditgeschäft zukünftig wachsen? Muss hierfür noch zusätzliches Kapital gebildet werden?
Konsequenz für Mittelständler:

Je stärker die Kreditgeber mit Kernkapital ausgestattet sind, desto eher werden diese auch künftig die Finanzierungswünsche Ihrer Unternehmenskunden positiv begleiten können. Deshalb sollten sich Mittelständler auch um die Ertrags- und Kapitalstärke ihrer Banken und Sparkassen kümmern. Es gilt also, die eigene Bankenlandschaft zu analysieren und ggf. künftig anders zu gestalten.

2. Das Gesamtrisikogeschäft der Banken wird beschränkt

Ergänzend zur risikogewichteten Betrachtung wird es zukünftig die Höchstverschuldungsrate (Leverage Ratio) geben. Künftig sollen Banken und Sparkassen maximal das 33-fache des Eigenkapitals in Risikoaktiva investieren dürfen. Das führt dazu, dass Banken und Sparkassen noch stärker als bisher darauf achten werden, welche potenziellen Erträge mit Risikoaktiva machbar sind.

Daraus ergeben sich für Mittelständler folgende Fragen:
  • Wie interessant sind meine Bankgeschäfte für meine Kreditgeber?
  • Bin ich für meine Kreditgeber ein interessanter Kunde?
  • Wie verteile ich meine Bankgeschäfte am besten auf meine Banken?
Die Liquiditätsvorratshaltung der Banken und Sparkassen wird vergrößert

Banken und Sparkassen sollen mehr flüssige Mittel vorhalten, damit sie im Falle von Einlagenabzügen oder fehlender Anschlussfinanzierungen länger liquide bleiben. Konsequenzen daraus: Banken und Sparkassen müssen mehr kurzfristige Anlagen vorhalten, für die sie normalerweise weniger Zinsen erhalten als für länger laufende Geldanlagen.

Die Möglichkeit, Kundeneinlagen mit kurzfristigen Zinsbindungen an Kreditnehmer mit einer längeren Zinsbindung auszuleihen (Fristentransformation) wird eingeschränkt. Dies führt ebenfalls zur Reduzierung der Ertragsmöglichkeiten. Des Weiteren werden damit Investitionsdarlehen mit langen Festzinsschreibungen begrenzt.

Basel III wird zwar schrittweise bis 2019 eingeführt werden, allerdings können die Konsequenzen bereits heute spürbar werden - je nach Situation der jeweiligen Banken und Sparkassen.

Basel III: Konsequenzen für Mittelständler

1. Die eigene Bankenlandschaft bewusst und zielgerichtet gestalten.

Das bedeutet, Abhängigkeiten zu vermeiden und gleichzeitig für beide Seiten interessante Geschäftsbeziehungen festigen bzw. aufbauen.

Alternative Finanzierungsangebote (z.B. Leasing, Factoring, Kapitalbeteiligung) selektiv nutzen.

2. Das eigene Unternehmen exakt einschätzen können.

Das bedeutet, sowohl das Banken-Rating zu  kennen, als auch  die voraussichtliche Entwicklung des Ratings auf Grundlage von Planungen und Veränderungen im Unternehmen einschätzen zu können.

3. Das eigene Unternehmen für Kreditgeber attraktiv machen

Ziel: Kreditgeber davon überzeugen, dass das eigene Unternehmen bonitätsmäßig zum "oberen Drittel" gehört.

Voraussetzungen:

  • Transparente Darstellung der Stärken des Unternehmens und wie diese am Markt zu Erträgen genutzt werden.
  • Transparente Darstellung der eventuell vorhandenen Schwäche im Wettbewerb und wie diese reduziert wird.
  • Transparente Darstellung der Entwicklung des Unternehmens in den drei Rating-Dimensionen.
  • Regelmäßige Kommunikation mit den Kreditgebern in einem abgestimmten Rahmen bezüglich der Unterlagen (welche in welcher Qualität) und der Frequenz der Einreichung.

Im Rahmen einer Beratung von A-B-solutions werden diese 3 Punkte vollständig abgedeckt. Des Weiteren stehen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Verbesserung des Ratings
  • Verbesserung der Darlehens- und Kreditkonditionen
  • Schaffung der notwendigen Voraussetzungen für Neufinanzierungen
  • Optimierung der Absicherung von Darlehen und Krediten

Nutzen Sie meine Kompetenz als Unternehmensberater mit langjähriger Bankerfahrung und rufen Sie mich am besten gleich unter 0 71 21 - 9 88 50 96 an.

Service

Die Ratingklassen im Überblick hier als pdf-Dokument.